Informiert täglich was die Automobilbranche bewegt!

Topnews

Dienstag, 24. März 2020 Wie die AMAG die ersten Standard in die Schweiz brachte

printBericht drucken

Nach ihrer Gründung 1945 begann die AMAG mit dem Import von Fahrzeugen der britischen Marke Standard. Es war ein holpriger Anfang mit Pannen und Pech.

 

Am 3. Januar 1945 gründete Walter Haefner die «Neue AMAG Automobil- und Motoren AG». Bereits am 13. August des gleichen Jahres, knapp drei Monate nach Kriegsende, unterzeichnete er im englischen Coventry einen Importvertrag mit der Standard Motor Company Ltd. Standard war eine der ältesten britischen Automarken. 1903 gegründet, erreichte die Jahresproduktion vor dem Zweiten Weltkrieg über 500'000 Fahrzeuge. Während des Krieges bauten sie für die Armee, konnten aber schnell auf eine zivile Produktion umstellen: Bereits wenige Monate nach Kriegsende konnten neue, verbesserte Vorkriegsmodelle die Werkshallen verlassen. Schon Ende 1945 erwartete die AMAG die Erstlieferung der Modelle «Eight» und «Fourteen». Lieferprobleme führten dazu, dass die ersten importierten Autos die Schweiz erst Anfang 1946 erreichten – die Wagen konnten in le Havre nicht entladen werden und mussten wieder nach England geschickt werden. Zudem würden Autos mit gefüllten Benzintanks nicht entladen. So reisten in den ersten Januartagen zehn AMAG Mitarbeiter, zusammen in zwei Autos, zugepackt mit Benzinkanistern, in die französische Hafenstadt Rouen, um am Montag die Fahrzeuge entgegen zu nehmen. Ihr Pech war, dass diese erst am Freitag ankamen. Praktisch ohne Geld, aber mit Zigaretten als «Währung» kamen die Schweizer über die Runden.

Als das Schiff endlich anlegte, wurden beim unsorgfältigen Löschen an fünf der fabrikneuen Autos die Vorderkotflügel abgerissen. Auf der Fahrt in die Schweiz, die über die französische Hauptstadt Paris führte, erlitt nach bloss zwei Kilometer einer der Standards einen irreparablen Getriebeschaden, sodass er bis nach Zürich abgeschleppt werden musste. Und auf der Route Nationale 19 brach einem Standard das linke Hinterrad ab. So mussten sich die fünf ersten Standard-Vertreter über zehn Tage gedulden, bis sie endlich ihre Fahrzeuge übernehmen konnten.

Doch das tat dem Interesse keinen Abbruch. Im April 1947 konnte bereits der 1000ste Standard an einen Kunden ausgeliefert werden. Das zeigt nachdrücklich, wie gross damals der Nachholbedarf an Neufahrzeugen gewesen ist.
Zu diesem Zeitpunkt hatte die AMAG schon ein Netz mit über 20 unabhängigen Garagenpartner, die sich um die Belange der Marke kümmerten. Im gleichen Jahr begann die AMAG dann auch mit dem Import der Marke Triumph, die auch zur Standard-Gruppe gehörte.

1948 zeigte die AMAG mit dem Standard Vanguard am Automobilsalon in Genf die erste Neuentwicklung der englischen Marke, die nichts mehr mit den Vorkriegsmodellen zu tun hatte. Der Vanguard (dt. Vorreiter) war eine Entwicklung mit damals hochmoderner Pontonform. Innert kürzester Zeit gingen über 1000 Bestellungen ein – und keiner konnte geliefert werden. Produktionsprobleme verhinderten eine rasche Lieferung – und als die ersten Wagen ein Jahr später eintrafen, waren sie mit einer Unzahl von Mängeln behaftet. So gelang es Haefner, die Engländer davon zu überzeugen, dass eine Schweizer Montage sinnvoll wäre. Ab 1949 erhielt die AMAG dann Bausätze der Autos, die in der neueröffneten «Automontage Schinznach-Bad AG» fertig montiert wurden und die AMAG so ein qualitativ besseres Modell als das Original anbieten konnte. Doch die Vorbereitungsphase war steinig. So lieferte das Werk in Coventry alles falsch, was nur falsch geliefert werden konnte. Erst eine Überwachung der mit Montageteilen gefüllten Kisten im englischen Werk durch Mitarbeitende der AMAG brachte Abhilfe.

Bis 1953 importierte und montierte die AMAG schlussendlich gegen 4’000 Standard Fahrzeuge.

Artikel "Wie die AMAG die ersten Standard in die Schweiz brachte" versenden
« Zurück

Audi e-tron 55 quattro: Die Zukunft im Visier
Er ist das Parade-SUV von Audi, der e-tron 55 quattro. D...
Renault Service Partner sichern die Versorgung
Einsatzkräfte aller Organisationen wie Rettung, Feuerwehr, P...
Aston Martin schickt sechs Zylinder gen Valhalla
Aston Martin entwickelt derzeit einen eigenen V6-Motor. Das ...
Prognose: 810.000 Autos weniger in März und April
Nach einer Berechnung des internationalen Marktbeobachters B...
AMAG startet Online Autohandel
Die Garagenbetriebe der AMAG steigen mit ihrer neu entwickel...
Experten loben die Car2X-Technologie von Volkswagen
Der neue Golf kann dem Fahrer helfen, Unfälle zu vermeiden –...
Audi erreicht finanzielle Ziele 2019
Audi ist stabil durch ein anspruchsvolles Geschäftsjahr 2019...
Der Damenhut: mit Eleganz dem Fahrtwind trotzen
Was haben Rückspiegel, Scheibenwischer und Kühlerfigur gemei...
Volkswagen vor dem Sprung ins E-Zeitalter
Die Marke Volkswagen Pkw geht gestärkt in die nächste Phase ...
Impressum| Kontakt| AGB| Info | Twitter@autotopnews_de| backlink
Rubriken
ordnerspacerTopnews englishspacer
ordnerspacerTopnewsspacer
ordnerspacerAuto-News & Auto-Testsspacer
ordnerspacerHersteller-Newsspacer
ordnerspacerWirtschaft-Newsspacer
ordnerspacerZulieferer-Newsspacer
ordnerspacerAutomobil-Messenspacer
ordnerspacerService & Ratgeberspacer
ordnerspacerTechnik & Designspacer
ordnerspacerTuningspacer
ordnerspacerKostenlos inserierenspacer
ordnerspacerMotorsportspacer
ordnerspacerOldtimer & Raritätenspacer
ordnerspacerWomen's Loungespacer
Aktionen
FavoritenZu Favoriten
WeiterempfehlenWeiterempfehlen
KontaktKontakt
Linken Sie zu uns Linken Sie zu uns
Werden Sie MitgliedWerden Sie jetzt Mitglied
RSS 2.0RSS 2.0 (Topnews)
Suche


Member-Bereich
Login:

Ihre Email-Adresse:

Ihr Passwort:



Passwort vergessen?

Forum
forumüber Topnews diskutieren
nr@planexa.ch info@planexa.ch jelena.tesic@altenira.com info@altenira.com nikola.raznatovic@altenira.com bertan.limani@altenira.com bauleitung@altenira.com roman.schweizer@altenira.com jt@planexa.ch aleksandar.tesic@altenira.com at@planexa.ch