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Tuning: Neuheiten

Freitag, 18. September 2020 Audi SQ7 und SQ8: Mehr von allem

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Audi SQ8.  Foto: Auto-Medienportal.Net/AudiAudi SQ8. Foto: Auto-Medienportal.Net/Audi

Man darf schon einmal nostalgisch werden, wenn eine tolle Ära zu Ende geht: Mit dem Audi SQ7 TDI und SQ8 TDI verschwindet der letzte Acht-Zylinder-Diesel deutscher Provenienz aus den Preislisten. Das sensationell kräftige und überaus genügsame Aggregat fiel der strategischen Entscheidung des VW-Konzerns zum Opfer, das Selbstzünder-Konzept nur noch in der 2,0- und 3,0-Liter-Klasse zu verfolgen. Es wäre allerdings verfehlt, die Marke Audi ob dieser Entscheidung übergroßer politischer Korrektheit zu zeihen. Denn die Ingolstädter haben für anspruchsvollen Ersatz gesorgt.

 

Unter der Haube von SQ7 und SQ8 steckt nunmehr ein mit 4,0 Litern Hubraum genauso großer Ottomotor, der sich mit 507 PS (373 kW) vom bisherigen V8-TDI mit seinen 435 PS (320 kW) deutlich absetzt. Einbußen sind allerdings beim maximalen Drehmoment zu verzeichnen: Hier lag der Diesel mit seinen knapp über Leerlaufdrehzahl, nämlich ab 1250 Umdrehungen abrufbaren 900 Newtonmetern uneinholbar vor dem Ottomotor, dessen 770 Nm erst bei 2000 U/min anliegen.

Wenn man die Fahrstufen der 8HP-Automatik aus dem Hause ZF voll ausdreht, setzt sich der Benziner naturgemäß nach vorn: Der Sprint von 0 auf 100 km/h dauert nur 4,1 Sekunden und damit 0,7 Sekunden weniger als beim TDI. Bei der Höchstgeschwindigkeit herrscht mit abgeregelten 250 km/h Gleichstand.

Bedauerlicherweise liegt der Ottomotor auch beim Verbrauch vorn: Während der TDI mit einem Zyklusverbrauch von 7,4 Litern pro 100 Kilometer glänzte, schenkt sich das benzingetriebene Nachfolge-Aggregat auf die gleiche Distanz großzügige zwölf Liter ein. Und dabei bleibt es selten: Ein scharf gefahrener SQ7 oder SQ8 neuester Bauart überschreitet locker die 20-Liter-Marke, während es mit dem TDI kaum möglich war, mehr als zwölf Liter zu konsumieren. Einer hohen Durchschnittsgeschwindigkeit ist das neue Aggregat damit nicht zuträglich, denn der Benziner-Pilot wird auf der Autobahn bisweilen schon nach 300 bis 400 Kilometern die Zapfsäule ansteuern müssen.

Ein beinahe doppelt so hoher Realverbrauch bei einem Nachfolgemotor dürfte in der Automobilgeschichte jedenfalls ein Novum darstellen, und die Entscheidung, das V8-TDI-Konzept fallen zu lassen, lässt sich nur dadurch erklären, dass Audi dem Duo in Europa ohnehin keine besonders hohen Verkaufszahlen zutraut.

Wer sich durch das Konsumgebaren des neuen Motors nicht abschrecken lässt, wird allerdings durch einen Antriebskomfort belohnt, der seinesgleichen sucht. Und damit sind nicht nur die exzellenten Fahrleistungen gemeint, sondern auch der vibrationsarme Lauf und der faszinierende Klang, der sich – je nach Fahrmodus – als dunkles Grollen oder aggressives Fauchen manifestiert.

Diese SUV-Modelle beschleunigen nicht nur mit ungeheurer Leichtigkeit, sie lassen sich mit hoher Präzision über enge Landstraßen und kurvige Pisten dirigieren. Die direkte Servolenkung, 20-Zoll-Räder, die serienmäßige Hinterachslenkung und die sportlich abgestimmte Luftfederung heben das Duo in puncto Querdynamik weit aus der Masse der SUVs heraus.

Mit größeren Rädern und einem Fahrwerkspaket, das eine aktive Wankunterdrückung sowie ein hinteres Sportdifferential mit aktiver Momentenverteilung enthält, lässt sich die Agilität nochmals spürbar steigern. Engagierten Fahrern sei zudem die bissig ansprechende Keramikbremse empfohlen, die sich starker Beanspruchung nochmals besser gewachsen zeigt als die serienmäßige 19-Zoll-Stahlbremse.

Im Interieur präsentieren sich SQ7 und SQ8 auf hohem Niveau: Die Armaturentafel wirkt mit großzügig verglasten Flächen ausgesprochen futuristisch, die Materialien sind perfekt verarbeitet. Die konventionell gestalteten Lenkräder sehen allerdings aus, als seien sie dem Vorgängermodell entnommen, und dass es in der zweiten Reihe auch gegen Aufpreis keine Einzelsitzanlage gibt, ist schade.

Von außen sind beide Modell deutlich voneinander abgesetzt, wobei der SQ8 moderner wirkt. Der SQ7 ist aber das praktischere Auto: Hier gibt es auf Wunsch nicht nur eine dritte Sitzreihe, sondern auch mehr Gepäckraum. Der SQ7 fasst als Fünfsitzer stolze 803 Liter und damit fast 200 Liter mehr als der SQ8.

Doch auch der SQ7 hat von der Q7-Modellpflege des vergangenen Jahres deutlich profitiert. Es gibt ja auch noch den RS Q8. Und der bietet mit seinen 600 PS (441 kW) von allem, was diese Autos ausmacht, noch etwas mehr. (ampnet/jm)

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