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Donnerstag, 5. Dezember 2019 Mercedes-Benz GLE Coupé: Straffer und schöner

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Mercedes-Benz GLE 400 d Coupé.  Foto: Auto-Medienportal.Net/DaimlerMercedes-Benz GLE 400 d Coupé. Foto: Auto-Medienportal.Net/Daimler

Eine Kombination aus SUV und Coupé? Das bedeutete bislang den Triumph der Form über die Funktion. Denn der Verzicht auf Höhe korrespondiert typischerweise mit einem Verzicht auf Nutzwert – ohne Gegenleistung. Doch beim GLE Coupé von Mercedes-Benz ändert sich das jetzt. Denn die Entwickler aus Sindelfingen haben den Radstand um 6 Zentimeter gekürzt und das Fahrwerk spürbar sportlicher abgestimmt.

 

Die Außenlänge ist praktisch unverändert; die im Radstand eingesparten Zentimeter werden am Heck angesetzt und erlauben es dort, die Dachlinie sanft auslaufen zu lassen. Gleichzeitig sind die hinteren Kotflügel sichtbar ausgestellt, das Blech gespannt wie ein Muskel. Damit kann man der gattungsbedingt sehr selbstbewussten und anspruchsbetonten Ästhetik dieser Baureihe zudem eine gewisse Eleganz nicht absprechen.

Tatsächlich halten sich die praktischen Einschränkungen in engen Grenzen: Das Platzangebot im Fond ist etwas geringer, jedoch keineswegs beengt, und der Kofferraum ist mit 655 zu 630 Litern Fassungsvermögen sogar größer als bei der Basiskarosserie. Bei komplett umgelegter Sitzbank ändert sich das Blatt allerdings wieder: Dann stehen 1790 Liter beim Coupé stolzen 2055 Litern Gepäckraum beim normalen GLE gegenüber.

Für Vortrieb sorgen zum Marktstart der bullig-sanfte 3,0-Liter-Reihen-Sechs-Zylinder-Diesel mit 272 PS (200 kW) im GLE 350 d oder 330 PS (243 kW) im GLE 400 d, ein 435 PS (320 kW) starker Reihen-Sechs-Zylinder-Ottomotor im AMG GLE 53 oder ein 194 PS (143 kW) starker Vier-Zylinder-Diesel im GLE 350 de, der dank Plug-in-Hybridisierung mit 136 PS (100 kW) starkem Elektromotor eine Systemleistung von 320 PS (235 kW) erzeugt.

Die drei unterschiedlichen Motorkonzepte glänzen durch ihren spezifisch ausgeprägten Charakter. Die AMG-Variante wird dabei den Erwartungen an einen Boliden aus der Power-Schmiede in Affalterbach durchaus gerecht: Der Reihenmotor arbeitet seidenweich und vibrationsarm und entwickelt vor allem im Abgastrakt die gut hörbare Emotion, die man von einem AMG erwartet.

Die serienmäßige 48-Volt-Hybridisierung sorgt im AMG 53er nicht nur für extrem spontanes Ansprechverhalten und leichten Extra-Schub, sondern auch für akzeptable Verbräuche: In Anbetracht des Spurtvermögens – null auf 100 km/h in 5,3 Sekunden – und einer Spitze von abgeregelten 250 km/h ist der Zyklusverbrauch von 9,3 Litern pro 100 Kilometer eine echte Leistung.

Das Fahrverhalten ist hier präzise und komfortabel-straff; mit AMG-spezifischer Luftfederung und blitzschnell reagierender Wankstabilisierung wirkt das SUV-Coupé erstaunlich sportlich. Der Integralträger vor dem Motor ist beim AMG verschraubt.

Am anderen Ende des Spektrums figuriert eine sehr spezielle und interessante Variante: Mercedes-Benz hat sich beim GLE und GLE Coupé dafür entschieden, die Plug-in-Hybridisierung nicht wie üblich mit einem Ottomotor, sondern mit einem Diesel zu realisieren. Der ungewöhnlich große 31,2-kWh-Akku sorgt dabei für eine elektrische Reichweite von rund 100 Kilometern und einen Zyklusverbrauch von lediglich 1,1 Litern pro 100 Kilometer. Zudem lassen sich rein elektrisch glatte 160 km/h erreichen.

Weil der Antrieb des GLE 350 d Coupé auf einem sehr sparsamen Dieselmotor basiert, lassen sich auch dann sehr gute Realverbräuche erzielen, wenn die Batterie leergefahren ist, was hier ohnehin eine ganze Weile dauert. Dabei finden wir nicht nur eindrucksvoll, wie gut der Selbstzünder gedämmt ist, sondern auch, wie spontan der Antrieb anspricht. Wer die Möglichkeit hat, günstig oder kostenlos Strom zu zapfen, für den könnte sich dieses Auto rasch bezahlt machen, zumal der Staat auch steuerlich die Subventionsgießkanne großzügig kreisen lässt.

Den unbestreitbaren Vorzügen dieses Hybrid stehen nur wenige Nachteile gegenüber: Der Gepäckraum verkleinert sich um mehr als 100 Liter, die Spitze ist bei lediglich 210 km/h eingeregelt, und das Leergewicht von knapp 2,8 Tonnen ermuntert dazu, möglichst häufig und lange im „Sport“-Modus des verstellbaren Fahrwerks zu verweilen; im „Comfort“- und „Eco“-Modus wirkt der SUV leicht schwimmend.

Hybrid-Käufer sollten sich im übrigen darüber im Klaren sein, dass ihre Investition auf die Umwelt kaum positive Auswirkungen haben wird – von der Batterie einmal ganz abgesehen. Denn die schädlichen Emissionen der modernen Verbrennungsmotoren tendieren mittlerweile gegen null. (ampnet/jm)

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