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Mittwoch, 24. April 2019 Toyota Camry Hybrid: Dynamisch-komfortabler Leisetreter

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Toyota Camry Hybrid.  Foto: Auto-Medienportal.Net/ToyotaToyota Camry Hybrid. Foto: Auto-Medienportal.Net/Toyota

Schon seit 37 Jahren bevölkern Autos mit dem Namen Toyota Camry die Straßen dieser Welt. Mehr als 19 Millionen davon haben die Japaner mittlerweile unter die Menschheit gebracht, siebenmal gab es eine Verjüngungskur. Die ging allerdings an der deutschen Kundschaft in den vergangenen 15 Jahren vorbei, weil sie mit dem Auto nicht richtig warm wurde. Anderswo wurde der Wagen als Bestseller gefeiert, nicht so in Deutschland. Toyota nahm deshalb den Camry 2004 hier zu Lande vom Markt.

2017 kam in Japan, den USA und Australien die achte, von Grund auf neu konstruierte Generation in den Handel. Ende Juli, Anfang August soll sie nun auch in Europa - ausschließlich als Hybrid - angeboten werden. Auch in Deutschland. Masato Katsumata, Toyota-Chefingenieur für den Neuen, lieferte bei der Vorstellung den Journalisten das Zitat: "Wir stellen uns auch weiterhin der Herausforderung des Marktes und haben ein attraktives Fahrzeug für die kommende Ära kreiert." Das stimmt.

 

Das Auto verdient eigentlich weit mehr als eine Arbeitspferd-Rolle auf Taxi-Standplätzen. Die vielen Kilometer, die wir mit ihm im kargen Binnenland Kroatiens unweit der Adria und am Rand der eindrucksvollen Küstenstraße des im Krieg mit Serbien Anfang der 1990er Jahre arg gebeutelten Staats zurücklegten, zeigten deutlich: Der Toyota Camry Hybrid empfiehlt sich zunächst als angenehme Reiselimousine. Allerdings kann sie dann bei längerer Fahrt mit hohem Tempo ihre Verbrauchs- und Abgas-Vorteile als Hybrid nicht als Trumpf gebührend ausspielen. Das schon eher im urbanen Umfeld. Weil der Wagen sich mit dem kleinen Finger präzise führen lässt, ist er für den stressigen Stadtverkehr ein gut abgestimmter Partner. Und dort ist genau der richtige Platz für seine Art von Antrieb, bestehend aus einer Kombination von Benzin- und Elektromotor.

Den Strombedarf deckt eine Nickel-Metallhydrid-Batterie hinter den Rückenteilen der Sitze im Fond. Notwendiger Nachschub erhält sie nicht aus Steckdose oder Ladestation, sondern automatisch vom Verbrennungsmotor oder durch die Rückgewinnung von Energie beim Bremsen. Rekuperation heißt so etwas.

Das Hybridsystem sorgt für geringen Verbrauch und wenig Abgas, teilt sich innen wie nach draußen zudem mit besonders angenehmer Ruhe aus. Laut Toyota kann der Camry Hybrid im günstigsten Fall „bis zu 50 Prozent der alltäglichen Fahrstrecken emissionsfrei zurücklegen". Stromert er noch oder verbrennt er schon? In diesem Auto ist eine solche Frage so gut wie nicht zu beantworten. Weder Fahrerin noch Fahrer, geschweige denn die übrigen Passagiere, bemerken einen nennenswerten Geräuschunterschied, wenn der Mittelklassewagen vom Antrieb seines Elektromotors auf die Kraft seines 2,5 Liter großen Vierzylinder-Benzinmotors umschaltet. Überhaupt ist die Bescheidenheit in punkto Geräusch eines der besonders angenehmen Merkmale des neuen Camry Hybrid. Was selbst bei flotter Bewegung in die Ohren dringt, sind vorwiegend die Abrollgeräusche der Räder.

Das sowie den üppig bemessenen Innenraum dürften nicht zuletzt Taxi-Kunden begrüßen. Auch im Fond ist die Kniefreiheit nicht von schlechten Eltern. Nur die Oberschenkel-Auflage der Vordersitze könnte eine Idee großzügiger ausgefallen sein, im Gegensatz dazu geht der Seitenhalt in Ordnung. Der Platz von Fahrerin oder Fahrer sorgt für ein angenehmes Arbeitsklima, das im Taxi eine solche Bezeichnung wahrhaft verdienen dürfte – und das nicht nur in übertragener, auch in tatsächlicher Funktion: Mit einer modernen Zweizonen-Klimaautomatik lässt sich die Innentemperatur individuell getrennt einstellen.

Zwei verschiede Ausstattungsvarianten – beide mit identischem Hybridantrieb und Automatikgetriebe – bietet Toyota in Deutschland an, die Business- und die 2400 Euro teurere Executive-Edition. Letztere rollt statt auf 17-Zoll auf 18-Zoll-Leichtmetallfelgen und bietet zusätzlich zur preiswerteren Ausgabe unter anderem einen Acht-Zoll Touchscreen mit Rückfahrkamera, Navigationssystem, LED-Nebelscheinwerfer und ein elektrisch verstellbares Lenkrad. Die Business-Edition (Planziel: 70 Prozent) ist ebenfalls nicht gerade ärmlich ausgestattet, ihr Touchscreen ist lediglich einen Zoll kleiner. Aber auch sie verfügt unter anderem über Einparksensoren vorne und hinten, elektrisch verstellbare Ledersitze vorne, Klimaanlage oder eine Sitzheizung.

Sicherheit wird bei beiden Varianten großgeschrieben: Es gibt ein Pre-Collision-System mit Fußgängererkennung, eine adaptive Geschwindigkeitsregelung und einen Spurhalteassistenten, um nur einige der Schutzkomponenten zu erwähnen. Eine ganze Reihe weiterer Einrichtungen komplettieren das System.

Am Ende der Pressekonferenz in Kroatien kam noch einmal Chefingenieur Katsumata zu Wort. „Jeder, der den neuen Camry gesehen, gefühlt und gefahren hat, wird den Unterschied sofort erkennen und verstehen, warum ich fest davon überzeugt bin, dass er seinen künftigen Besitzern ein Lächeln ins Gesicht zaubern wird." (ampnet/hrr)

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