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Donnerstag, 21. Juni 2018 Exklusiv: Mitfahrt im Prototyp Mercedes-Benz EQC

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Prototyp des Mercedes-Benz EQC auf Erprobungsfahrt.  Foto: Auto-Medienportal.Net/DaimlerPrototyp des Mercedes-Benz EQC auf Erprobungsfahrt. Foto: Auto-Medienportal.Net/Daimler

Druckvoll beschleunigt der schwere SUV aus der Kurve heraus, die Vorderräder drehen durch, aus dem Antrieb ertönt ein hochfrequentes Singen: Es geht äußerst zügig voran im EQC, dem kommenden Hoffnungsträger der Elektromarke Mercedes-EQ. In der Nähe von Almeria, weit im Süden Spaniens, nimmt Projektleiter Martin Hermsen Abstimmungsfahrten vor. Darf man Motor und Leistungselektronik bei Vollast hören oder nicht? Wieviel Schlupf lassen wir an der Vorderachse zu? Um diese Themen geht es im aktuellen Stadium.

 

Und um die Hitzeerprobung. Denn die Temperaturen erreichen tagsüber nahezu tropische Bereiche. Und wenn Batterien etwas zusetzt, dann ist es große Hitze oder Kälte. Hermsen sieht es mittlerweile entspannt. Die Performance entspräche den Erwartungen, es gebe im Fahrbetrieb praktisch keine Einschränkungen. Langes Parken in der Sonne stelle ohnehin kein Problem dar – schließlich sind die Akkus an der Unterseite des Fahrzeugs montiert.

Noch zieren den Mercedes-Benz EQC nicht nur Tarnfolien, sondern auch dreidimensionale Verkleidungen. Sie können jedoch nicht verbergen, wie nahe sich das neue Modell am Mercedes-Benz GLC befindet. Tatsächlich teilen sich beide nicht nur die gleiche Plattform, sondern auch zahlreiche Komponenten. Doch der EQC verfügt über eine eigenständige Kühlermaske und spezifisch gestaltete Scheinwerfer, die Schulter ist im Gegensatz zum GLC sanft abgerundet, der hintere Überhang um zehn Zentimeter gewachsen. Das leicht coupéhaft abfallende Dach wird beim Prototypen durch ein Bullauge kaschiert, und am Heckabschluss setzt ein schlankes, horizontales Leuchtenband futuristische Akzente.

Durchaus vertraut wirkt das Interieur: Armaturenträger und Mittelkonsole kommen vom GLC, gleiches gilt für die Sitzmöbel. Doch die Instrumentierung ist viel moderner ausgeführt: Hier setzt Mercedes-EQ auf Elemente aus der neuen A-Klasse, und die „Kobra“ auf der Mittelkonsole weicht dem Touchpad neuester Generation. Luftausströmer und Ziernähte sind in Roségold ausgeführt, und die Oberseite von Armaturentafel und Türverkleidungen schimmert metallisch.

Der konventionelle Wählhebel für den Antrieb kommt wiederum aus dem Baukasten: Hermsen legt die Fahrstufe D ein und gibt Strom. 408 PS (300 kW) leistet der Antrieb, jeweils 204 PS (150 kW) erzeugen die Motoren an Vorder- und Hinterachse, es gibt nur eine Fahrstufe. Die reicht für den Spurt von null auf 100 km/h in hervorragenden fünf Sekunden – und eine Höchstgeschwindigkeit, die sich im Bereich von 180 bis 200 km/h bewegt. Das ist in Anbetracht der Motorleistung nicht viel, aber Daimler hat den Anspruch, dass die Spitze auch über einen längeren Zeitraum gehalten werden kann. Der Standard-Sprint auf 100 km/h soll zehnmal in Folge gelingen. Ein Tesla schafft das nicht.

Mit seinem tiefen Schwerpunkt liegt der EQC gut auf der Straße, das Einlenkverhalten wird jedoch durch das hohe Fahrzeuggewicht etwas beeinträchtigt: Eher 2,5 als 2,0 Tonnen dürfte dieser SUV auf die Waage bringen. Dafür rollt er komfortabel ab, die Federung pariert auch schlechte Wegstrecken gekonnt. Weit ins Gelände sollte man sich trotzdem nicht vorwagen: Die Bodenfreiheit liegt wegen der voluminösen Akkus lediglich auf dem Niveau eines T-Modells der E-Klasse.

Im September wird der EQC enthüllt, nächstes Jahr rollt er zu den Händlern – zu Preisen, die sich um die 80 000 Euro bewegen dürften. Damit liegt er bei dem kommenden Audi e-Tron und dem Jaguar I-Pace - sowie mit der Einstiegsvariante der Großraumlimousine Tesla Model X und den Spitzenversionen des Tesla Model 3 (sofern es irgendwann auf den Markt kommt).

Übrigens wird es dann auch möglich sein, die unterschiedlichen Antriebskonzepte perfekt zu vergleichen: Mercedes-Benz bringt nämlich auch einen GLC-Hybrid mit Wasserstoff-Brennstoffzelle auf den Markt. Und schon heute gibt es den GLC mit klassischem Otto- oder Dieselantrieb sowie als Plug-in-Hybrid mit Ottomotor. Kein Zweifel: Daimler ist für jedes Szenario gewappnet. (ampnet/jm)

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