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Mittwoch, 21. Juli 2010 Mitsubishi Outlander 2.2 DI-D: Stolze Gene

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Mitsubishi Outlander mit markentypischem Jetfighter-Gesicht. Foto: B. Riedel/auto-reporter.netMitsubishi Outlander mit markentypischem Jetfighter-Gesicht. Foto: B. Riedel/auto-reporter.net

Sein Erbgut kann sich sehen lassen. Schließlich haben Allradler von Mitsubishi einen namhaften Vorturner, den Pajero; gereift, gestählt vor allem bei der Internationalen Rallye Dakar und obendrein außerordentlich erfolgreich. 26-mal bestritt Mitsubishi diese unvergleichliche Material-Zerreißprobe und fuhr insgesamt zwölf Siege ein, sieben davon gleich hintereinander. Kein Wunder, wenn die Allradtechnik der Marke auch von gesammelten Rallyeerfahrungen profitierte. Einer, der eine Menge vom Glanz und Können des Pajero abbekommen hat, ist der neue Outlander. Einen Vergleich mit unmittelbaren Wettbewerbern – etwa BMW X3, Honda CR-V, Opel Antara – muss er nicht fürchten. Im Gegenteil. Er hat nachweislich Qualitäten, die ihn zum Sieger machen. Grund genug, sich einmal näher mit dem neuen Outlander 2.2 DI-D zu beschäftigen.

 

Erster Eindruck: Ein stämmiger Bursche mit Pfiff, eine gewichtige, stattliche Erscheinung – 1.8 Tonnen schwer – und sich in gehoberer Ausstattung so präsentierend, dass einem das Prädikat „edel“ einfällt.

Den Vortrieb des Testwagens besorgte ein Common-Rail-Diesel, der aus 2.179 Kubikzentimeter Hubraum 115 kW/156 PS und ein maximales Drehmoment von 380 Newtonmetern gewinnt. Das moderne Aggregat stammt vom französischen Kooperationspartner PSA. Zudem krönte das Testobjekt das Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe TC-SST (Twin Clutch-Sport Shift Transmission), das für imponierend flüssigen Gangwechsel sorgt. Über einen Schalter können zwei Steuermodi (Normal, Sport) gewählt werden, die einen mehr oder weniger dynamischen Vortrieb bescheren.

Nach mehrtägigem Umgang mit dem Doppelkupplungsgetriebe, das dem Fahrer die Wahl zwischen vollautomatischem und manuellem Schalten lässt, möchte man nie wieder auf solchen Komfort verzichten. Beim Gangwechsel von Hand kommen die beiden Schaltwippen am Lenkrad (+/-) zum Zuge. Weniger griffgünstig ist es, den Automatikhebel in dessen zweiter Gasse zum Hoch- und Runterschalten vor- und zurückzubewegen. Imponierend: Zum Schalten muss kein Gas weggenommen werden, und es gibt bei den blitzschnellen Schaltvorgängen keine Zugkraftunterbrechung. Sportlichem Fahrstil kommt das sehr entgegen.

Der 2.2-Selbstzünder im Outlander läuft ausgesprochen kultiviert. Insassen werden keineswegs spontan mit dem typischen Geräusch eines Dieselaggregats konfrontiert. Das Auto lässt sich mit den erarbeiten 156 PS temperamentvoll bewegen. Seinem Fahrwerk ist anzumerken, dass es auf die Anforderungen im Straßenalltag geeicht ist. Hauptsächlich so soll ein Outlander ja auch zum Einsatz kommen. Wohl deshalb steht per Drehknopf neben dem Allradantrieb 4WD die Antriebsformel 2WD zur Wahl, bei der der Hinterradantrieb abgeschaltet wird. Die Fahrstabilität aber profitiert immer von 4WD, dem eigentlichen Standardmodus, weil er dafür sorgt, dass das Antriebsmoment automatisch so auf alle vier Antriebsräder verteilt wird, dass deren augenblicklicher Kontakt mit der Fahrbahn Berücksichtigung findet. Für die Fahrstabilität ist 4WD immer von Vorteil. Extreme Tücke, glitschiger, schlammiger Untergrund etwa, Situationen also, in denen nichts mehr zu gehen scheint, lassen sich mit der 4WD-Stufe „Lock“ bewältigen. Beteiligt an der Fahrsicherheit sind neben dem permanenten Allradantrieb Mitsubishi All Wheel Control (AWC) mit elektronisch gesteuerter Lamellenkupplung aber natürlich auch die elektronische Stabilitätskontrolle MASC (Mitsubishi Active Stability Control) und die Traktionskontrolle MATC. Hinterm Lenkrad eines Outlander hält sich das gute Gefühl, dass die versammelte Technik imstande ist, alle denkbaren Traktionsschwierigkeiten zu meistern.

Eigentlich fährt man mit dem schicken Outlander aber doch lieber auf untadeligen Straßen und genießt dabei Komfort, der in diesem Umfang selbst bei vielen Pkws traditioneller Konzepte nicht unbedingt eine Selbstverständlichkeit ist. Geht es auf Straßen, die diese Bezeichnung eigentlich nicht verdienen, ausgesprochen holprig zu, zeigt die Federung allerdings ihre straffe Seite. Dann signalisiert die Hinterachse, dass sich der Fahrkomfort trotz aufwendiger „Multilink“-Einzelradaufhängung in Grenzen hält.

Das Platzangebot eines Outlander ist einladend großzügig, auch wenn die Designer bei den Fahrzeugkonturen, die die Kopffreiheit über den Rücksitzen bestimmen, knausrig waren.

Verständlich, dass sich bei einem, der für einen Outlander 2.2 DI-D mit Doppelkupplungsgetriebe je nach Ausstattung zwischen 33.790 und 40.490 Euro investiert, die Ansicht hält, für Ritte ins Gelände sei ein solches Auto viel zu schade.

Auch geländetaugliche Automobilität auskosten zu können, wann immer man möchte, behält ihren Reiz. (auto-reporter.net/Wolfram Riedel)

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