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Montag, 11. Juni 2018 Die Zukunft des Motorsports liegt in den Städten

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Formel E: Lucas di Grassi.  Foto: Auto-Medienportal.Net/Bodo KrälingFormel E: Lucas di Grassi. Foto: Auto-Medienportal.Net/Bodo Kräling

Den Motorsport zurück in die Städte zu bringen – dieses Konzept der Formel E scheint in der vierten Saison der Rennserie endgültig aufzugehen. In Zürich wurde am Wochenende der zehnte Lauf der Saison 2017/2018 ausgetragen. Dafür kippte die Schweiz sogar das mehr als 60 Jahre währende Gesetz, im Land der Eidgenossen keine Rundstreckenrennen mehr auszutragen. Bisher waren lediglich Bergrennen legitimiert.

 

Das Geschäft rund um die Formel E blüht. Namhafte Sponsoren wie der Technologiekonzern ABB oder Julius Bär investieren pro Jahr mittlere bis hohe zweistellige Millionenbeträge. Auch die Teams können sich vor Sponsoringanfragen kaum retten. Die Zuschauer strömen in Scharen an die Strecke. Es sind Zustände, von denen die Formel 1 mittlerweile träumt.

Rund 100 000 Besucher pilgerten bei Temperaturen von mehr als 28 Grad Celsius an den Kurs mitten im Herzen der Stadt. Dabei klingen die Formel E Flitzer auf der Piste wie ferngesteuerte Spielzeugautos. Mit einem Unterschied: Ein Rennwagen dieser Serie wiegt rund 880 Kilogramm und leistet mit seinem rein elektrischen Batterieantrieb rund 272 PS (200 kW). Schon während der Trainingsläufe und des Qualifyings sorgen spektakuläre Zweikämpfe und Überholmanöver für Rennsportaction erster Güte. Dabei kämpfen namhafte Hersteller wie Audi, Jaguar, Renault und DS um jeden WM-Punkt in Fahrer- und Teamwertung.

Dass es sich bei der Formel E um eine zukunftsträchtige Rennserie handelt, unterstreichen nicht zuletzt die Ankündigungen von Mercedes-Benz und BMW, in der kommenden Saison mit eigenen Teams in der Formel E an den Start zu gehen. Schon jetzt kursierten am Rande des E-Prix in Zürich Gerüchte und Theorien, mit welchen Piloten diese Hersteller die fünfte Saison bestreiten werden. Relativ sicher scheint, dass es sich bei Mercedes um Fahrer aus dem Kader der DTM handeln wird. Immerhin sind mit Ex-Formel-1-Fahrer Nick Heidfeld und Le-Mans-Sieger Andre Lotterer sowie Audi-Star und Titelverteidiger Lucas di Grassi bereits namhafte Motorsportler in der Formel E vertreten.

Das Team Audi Sport Abt Schaeffler feiert nach einigen technischen Problemen zu Beginn der laufenden Saison momentan so etwas wie eine „Comeback-Story“. Zwei Siege von Daniel Abt bei den zurückliegenden Rennen in Mexiko und in Berlin sowie starke Ergebnisse in der gesamten zweiten Saisonhälfte katapultierten das Team Audi Sport Abt Schaeffler auf den aktuell zweiten Rang der Teamwertung. Dem fügte Lucas di Grassi von Platz fünf kommend vor mehr als 100 000 Fans den Sieg in Zürich zu. Vor dem großen Saisonfinale Mitte Juli in New York rangiert die Mannschaft in der Teamwertung damit auf dem Niveau des Vorjahres. Führend ist aktuell das chinesische Team Techeetah mit Renault-Technik.

Die Formel-E Renner werden in der nächsten Saison rund doppelt so viel Batterie-Leistung entfalten, was für noch schärfere Rennaction und heiße Rad-an-Rad-Duelle sorgen wird. Neben Rom, Paris, Monaco und Berlin steht Zürich dabei wieder als europäischer Austragungsort fest.
Aus dem einst verpöhnten, verschmähten und belächelten Event neben den großen Serien ist unterdessen ernst zu nehmender Motorsport geworden. Zwischen der ersten Austragung im Herbst 2014 in Peking und dem E-Prix des zurückliegenden Wochenendes liegen Welten. Die Geschehnisse in Zürich und andernorts zeigen: Autorennsport hat im Zeitalter von Digitalisierung und Elektromobilität sogar in Städten eine Zukunft. (ampnet/tw)

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