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Motorsport: Heritage

Dienstag, 24. November 2009 Porsche 911 – Die Linge-Falk-Connection

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Herbert Linge (rechts) und Peter Falk (links) bei der Rallye Monte Carlo 1965.Herbert Linge (rechts) und Peter Falk (links) bei der Rallye Monte Carlo 1965.

Porsche nahm die Produktion des 911 im Jahr 1964 auf. Im Porsche-Museum ist ein Exemplar aus der ersten Serie zu sehen. Die Fakten: Grau mit roter Innenausstattung, 130 PS stark, Hubraum 1.991 ccm, Gewicht 1.080 Kilogramm. Dieser Wagen hat eine besondere Geschichte. Er war der erste Porsche 911, der im Motorsport eingesetzt wurde. Herbert Linge/Peter Falk (D), die beiden Porsche-Techniker, starteten im Januar 1965 mit dem 911 bei der Rallye Monte Carlo und erzielten den 5. Platz im Gesamtklassement.

 

Die technische Aufrüstung fiel bescheiden aus. “Statt der Solex-Vergaser montierten wir Weber-Dreifachvergaser", erinnert sich Peter Falk. Der spätere Porsche-Rennleiter kümmerte sich damals im Fahrversuch vorwiegend um die Fahrwerksentwicklung. Zusatzscheinwerfer wurden montiert und eine Art Vorläufer der modernen Gegensprechanlagen. Falk: “Ich sprach in einen dicken Plastikschlauch, der direkt in Herberts Helm führte. Dieses Sprachrohr hat hervorragend funktioniert." Zu sagen hatte Falk manches, denn das Duo hatte in den Seealpen trainiert und ein “Gebetbuch" erstellt.
Richtig ernst genommen hat diesen Einsatz nicht einmal Rennleiter Huschke von Hanstein. Peter Falk: “Huschke wollte aber trotzdem, dass die Presse von dem neuen Porsche beim Start in Bad Homburg Notiz nimmt." Herbert Linge ergänzt: “Im Stillen hoffte Huschke, dass wir uns bis Monte Carlo durchschlagen und dann bei Fürst Rainier vorfahren. Diese Fotos wollte er haben, die Platzierung spielte keine Rolle. Auf Schnee schnell Auto fahren konnten nach Meinung der Fachleute sowieso bloß Skandinavier."
Und Schnee lag bei jener “Monte" wie selten zuvor oder danach. Die lange Anfahrt nach Monte Carlo verlief noch planmäßig. Doch als es auf der großen Schleife ernst wurde, versanken die Teams regelrecht unter den Schneemassen. Peter Falk: “Bei Chambéry wurde es ganz schlimm. Da war kaum ein Durchkommen. Wir haben uns sogar verfahren". Doch Rennstratege Falk wusste sich zu helfen. “Per Kompass haben wir die Zeitkontrolle am Ende der Sonderprüfung gefunden, nach uns kam dann keiner mehr." Linge lacht noch heute, wenn er sich an diese Rallye erinnert: “Zeitweise lagen wir an dritter Stelle – da haben sie geguckt, die Skandinavier!"
Die besten 60 Fahrzeuge wurden zum großen Finale zugelassen, zur “Nacht der langen Messer". Natürlich auch Linge/Falk und ein zweiter Werks-Porsche, ein 904 mit Eugen Böhringer und Rolf Wütherich. Die zwei Porsche-Teams lagen kurz vor Schluss nicht weit auseinander. “Doch vor den letzten Sonderprüfungen ließ sich Böhringer Porsches letzten Satz der (damals) sagenhaften Hakkapeliitta-Reifen montieren", weiß Falk noch. Diese finnischen Pneus waren extrem schmal und mit Spikes übersät. Linge: “Wir mussten von da an mit ganz normalen M&S-Reifen rumrutschen." Das hat Zeit gekostet. Dennoch fiel das Ergebnis so überraschend wie überragend aus: Platz fünf im Gesamtklassement für Herbert Linge/Peter Falk im ersten Rennsport-Einsatz des Porsche 911. Böhringer/Wütherich im 904 wurden Zweite. Die Skandinavier beruhigte allenfalls, dass schließlich doch einer der ihren gewonnen hatte: Timo Mäkinen/Paul Easter mit dem Mini Cooper S.
Linge/Falk haben den Weg bereitet für weitere Einsätze des Porsche 911 bei der Rallye Monte Carlo. 1968 siegten Elford/Stone sowie 1969 und 1970 Waldegård/Helmer mit Elfern, die vom Werk eingesetzt wurden. Jahre später, 1978, ließen Nicolas/Lavergne im Zuge eines Privateinsatzes noch einen 911-Triumph bei der berühmtesten Rallye der Welt folgen.

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