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Donnerstag, 4. März 2010 Genf: Mercedes-Chef Zetsche zum Auftakt optimistisch

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Dr. Dieter ZetscheDr. Dieter Zetsche

Zum Auftakt des Automobilsalons in Genf hat Mercedes-Benz Vorstandsvorsitzender Dieter Zetsche verhaltenen Optimismus verbreitet. Die Stuttgarter zeigten deutlich: für 2010 ist Power angesagt. Unterstrichen wurde das mit den neuen Modellen: E-Klasse Cabrio, einer E-Klasse mit nur noch 4,1 Liter Verbrauch und dem Forschungsfahrzeug F800. Nach der Präsentation hat Vorstandsvorsitzender Dieter Zetsche seine Ziele für 2010 in einem Interview erläutert.

 

Die Autobranche hat ein hartes Jahr hinter sich. Die Daimler AG musste vor wenigen Tagen für 2009 einen Verlust von 2,6 Milliarden Euro bekannt geben. Trotzdem haben Sie positive Signale ausgegeben: "Wir kommen mit einem hohen Drehmoment aus der Krise". Worauf baut diese Zuversicht?

Zetsche: Ich glaube es war sehr wichtig zu sehen, wie wir zwischen einzelnen Quartalen uns in 2009 entwickelt haben. Und das war ein ständiger Aufwärtstrend, der uns am Ende des Jahres bei einer schon recht ordentlichen Profitabilität gesehen hat. Dieses Drehmoment wollen und werden wir nach 2010 fortsetzen. Wir haben uns eine bessere Kostenbasis erarbeitet in 2009 und wir haben, was jetzt viel wichtiger ist, hochemotionale, überzeugende Produkte. Wir werden in 2010 und 2011 insgesamt 16 neue Produkte bringen und das in Kombination mit einer Marke, die per se die beste Marke in der Automobilindustrie ist und massiv an Momentum gewinnt. Das ist eine gute Voraussetzung für ein sehr, sehr erfolgreiches Jahr 2010 und 2011.

2. Sie zeigen in Genf das neue Mercedes-Benz E-Klasse Cabriolet erstmalig in Europa. Wie wichtig ist dieses Auto für Ihr Unternehmen?

Zetsche: Insgesamt ist die E-Klasse der Kern unserer Marke. Die E-Klasse wird sicherlich vom Volumen her geprägt durch die Limousine und dann im zweiten Schritt durch das T-Modell. Das Coupé und das Cabriolet bringen aber den entscheidenden Schuss Emotionalität hinzu. Sie sind für sich wichtige Bausteine für uns im Vertrieb, aber mindestens so wichtig als Emotionalisierung der E-Klasse insgesamt.

3. Sie haben mit der Präsentation einer E-Klasse überrascht, dem E 300 BlueEfficiency HYBRID, die nur noch 4,1 Liter Kraftstoff verbraucht und nur 109 g CO2 ausstößt. Wie haben Sie das geschafft?

Zetsche: Es wurde lange diskutiert, ob nun der Hybrid die richtige Lösung für die Zukunft sei oder der Dieselantrieb. Wir haben die logische Konsequenz gezogen und einen Diesel mit Hybrid gemacht. Der vereint alles an Technologie, um effizienter im Antrieb zu werden und die 4,1 Liter für eine E-Klasse sind natürlich ein faszinierender Wert, den wir damit erzielen können.

4. Sie sind eine neue Kooperation mit einem chinesischen Hersteller eingegangen, was sind die Hintergründe?

Zetsche: Es ist offensichtlich, dass man 1,5 Milliarden Chinesen auf der einen Seite nicht den Wunsch verwehren kann, wie wir es im Westen kennen, auch zunehmend an der individuellen Mobilität, sprich dem Besitz eines Autos, partizipieren zu wollen. Auf der anderen Seite, bei dieser Zahl es einfach unmöglich ist, auch nur den Kraftstoff bereit zu stellen, sei es Diesel oder Benzin, für diese Massenmotorisierung. Deshalb ist China darauf angewiesen und wird den Weg zum letztlich voll elektrischen Fahrzeug gehen. BYD ist der Hersteller in China, der auf diesem Gebiet führend ist. Diese Firma ist aus einem Batterieproduzenten hervor gegangen, hat 25% Weltmarktanteil bei Mobiltelefonen beispielsweise, und ist heute ein sehr erfolgreicher, schnell wachsender Automobilhersteller. Diese Kombination zwischen BYD und uns, wie gerade beschrieben, mit der immensen Nachfrage nach elektrischen Fahrzeugen, die in China entstehen wird, ist ein unschlagbares Paket.

5. Der Markt China wird für die ganze Branche wichtig. Mercedes-Benz hat hier seine Position in den vergangen Monaten deutlich verbessert. Wie sehen die aktuellen Zahlen aus?

Zetsche: Wir haben im Jahr 2009 70% mehr Fahrzeuge abgesetzt als in 2008. Wir haben das Jahr 2010 im Januar mit 120% Steigerung gegenüber dem Januar letzten Jahres begonnen. Das sind unglaubliche Zahlen und inzwischen auch von einer signifikanten Basis ausgehend, also wir sprechen nicht von ein auf zwei Fahrzeuge, und insofern spielt China eine immer entscheidendere Rolle in unserem gesamten weltweiten Absatz.

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