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Samstag, 2. September 2023 Im Rückspiegel: Ein „Bällchen“ erobert Spanien

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Seat 600.  Foto: Autoren-Union Mobilität/SeatSeat 600. Foto: Autoren-Union Mobilität/Seat

Wenn ein Seat 600 durch Barcelona fährt, dann bleiben viele Menschen für einen Moment am Straßenrand stehen, lächeln versonnen oder winken den Insassen zu und freuen sich. „Pelotilla“ – zu Deutsch „Bällchen“ – nennen sie in Spanien ihren kugeligen Volkshelden, der ihnen ab 1957 automobile Freiheit brachte und dem Land den Weg in die Moderne ebnete. Vor 50 Jahren lief der letzte Seat 600 in der Zona Franca in Barcelona vom Band. Doch sein Erbe wirkt bis heute nach – nicht nur in den Herzen der Spanier.

 

1957 präsentierte Seat den 600 auf Basis des Fiat 600 als zweites Modell der Marke. Die Markteinführung fiel in eine Zeit, in der viele Menschen in Spanien noch ohne Auto auskommen mussten und oft nur über ein Moped, Motorrad, Kleinstwagen oder einen Eselkarren zur Fortbewegung verfügten. Auf 1000 Einwohner kamen gerade einmal rund drei Autos. Mit dem Seat 600 bot die Marke nun erstmals ein kompaktes und massentaugliches Auto in Spanien an. 65.000 Pesetas kostete das Modell zu Beginn, was seinerzeit immerhin 3,5 spanischen Jahresdurchschnittsgehältern entsprach. Dennoch war er bereits ab Marktstart ein Erfolg. Bereits 1958 verbuchte Seat rund 100.000 Vorbestellungen des Kleinwagens.

Anfänglich besaß der Seat 600 einen 21,5 PS (nach heutigen DIN-Maßstäben 18 PS) starken Vierzylinder-Heckmotor mit 633 Kubik. Das reichte für 95 km/h. Durch sein geringes Leergewicht von nur 580 Kilogramm war der Kleinwagen dennoch vergleichsweise flott unterwegs. Die Spanier nutzten ihn für Wochenendausflüge oder die Fahrt in den Urlaub mit der ganzen Familie. Denn trotz der geringen Abmessungen von nur rund 3,33 Meter in der Länge und 1,38 Meter in der Breite bot der Seat 600 durch die selbsttragende Karosserie viel Platz im Innenraum.

Vielfalt und Rekorde

Seat entwickelte auf Basis des 600 über die Jahre immer neue Konzepte – darunter eine Transporter-Variante und das viertürige Modell 800. Letzteres blieb mit rund 18.000 Exemplaren aber eher eine Randerscheinung und gehört heute zu den seltenen und gesuchten Derivaten des Seat 600. Doch vom Ursprungsmodell selbst sind heute noch viele gut erhaltene Exemplare auf den spanischen Straßen unterwegs. 2017 lud Seat zum 60. Geburtstag des Modells zum Weltrekordversuch auf den Circuit de Barcelona-Catalunya ein. Es wurde mit 787 Fahrzeugen das größte Seat 600-Treffen der Markengeschichte.

Über die 16-jährige Bauzeit erhielt das Modell immer wieder kleine Änderungen und Verbesserungen. Der Seat 600 D von 1963 kam mit einem 767-Kubik-Motor mit 25 PS (nach DIN-Norm). Die Version 600 L Special von 1972 hatte bereits 28 PS (nach DIN-Norm). Ab 1970 sorgte der Seat 600 E für eine noch angenehmere Mobilität, indem die nach hinten öffnenden „Selbstmördertüren“ gegen zeitgemäße, vorn angeschlagene Türen ersetzt wurden. Bis zur Einstellung der Produktion erfreute sich der Kleinwagen einer hohen Beliebtheit. Noch 1972, also im Jahr vor Produktionsende, lieferte das Werk in Barcelona fast 70.000 Fahrzeuge aus. Insgesamt verließen von 1957 bis 1973 rund 800.000 Fahrzeuge die Fertigungshallen.

Die Ikone für Seat und Spanien

Der Seat 600 begründete bei der spanischen Marke eine Tradition von erfolgreichen Klein- und Kleinstwagen, die in den vergangenen Jahrzehnten mit Modellen wie dem Marbella, dem Mii oder dem Ibiza ihre Fortführung fand. Das kugelige „Bällchen“ bestimmte aber nicht nur den Werdegang von Seat, sondern prägte auch den Aufschwung Spaniens in den 1960ern. Viele Spanier sind daher selbst 50 Jahre nach Produktionsende noch stolz auf ihren kleinen Seat – und honorieren deshalb seinen Erfolg bei jeder Begegnung mit einem Lächeln. (aum)

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