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Mittwoch, 29. März 2006 Lexus GS 300 V6: In der Ruhe liegt die Kraft

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Lexus GSLexus GS

"Lexus? Kenn ich nicht". Sagt ein Freund, als er den Testwagen betrachtet. Die Nobelmarke von Toyota hat es immer noch nicht leicht in Deutschland, obwohl die Qualität stimmt und ein eigener Charakter durchaus nicht zu leugnen ist. Die Japaner sind bemüht, ihren Bekanntheitsgrad systematisch zu steigern - und sie tun gut daran. Denn der GS 300 ist ein angenehmer Partner, der mit seinem seidigen Sechszylinder zum entspannten Reisen einlädt.

Lexus GS
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Seit Mitte 2005 bietet Lexus den GS 300 mit einem 3,0-Liter-V6-Benzindirekteinspritzer an, der 249 PS leistet und sein maximales Drehmoment von 310 Newtonmeter bei 3500 Umdrehungen pro Minute erreicht. Der GS 300 beschleunigt in 7,2 Sekunden auf 100 km/h und erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von 240 km/h. Es muss also nicht der V8 sein, der als GS 430 ebenfalls im Programm ist. Auf deutschen Autobahnen gilt vielmehr: Mehr Motor braucht kein Mensch. Die deutsche Konkurrenz ist häufig etwas spritziger, aber was bedeuten schon Messwerte im Zehntelsekundenbereich. Vielmehr überzeugt die Laufruhe des Japaners. Und der Komfort, denn der stand bei der Entwicklung offensichtlich im Vordergrund. Der Lexus fährt sich nicht so sportlich wie ein 5er-BMW, eher komfortabel wie eine E-Klasse. Dazu trägt auch die wunderbar ruckfrei schaltende Sechsstufen-Automatik bei.
Die gesamte Elektronik für die Fahrdynamik ist aufwändig vernetzt und sorgt für narrensichere Fahreigenschaften. Das Anti-Blockier-System (ABS), der Bremsassistent (BA), das Elektronische Stabilitätsprogramm - bei Toyota nicht ESP, sondern Vehicle Stabilty Control oder VSD genannt - die Antriebsschlupf-Regelung (ASR) verknüpft mit der elektrischen Servolenkung (Elektric Power Steering - EPS) - alles ist vernetzt. Hört sich kompliziert an, macht den GS aber zu einem fahraktiven und sicheren Auto, das allerdings manchmal den Eindruck erweckt, als sei es irgendwie vom Asphalt entkoppelt. Es liegt am EPS, das sich allen Fahrsituationen anpassen soll, bei hohem Tempo aber zu wenig Rückmeldung bietet.
Innen können die Passagiere im Luxus schwelgen. Das beginnt bei beleuchteten Einstiegsleisten, einer sehr guten Stereoanlage oder den ausgesprochen bequemen, elektrisch verstellbaren Sitzen. Ansonsten gibt es fast nichts, was es nicht gibt. Die Serien- und Sicherheitsausstattung ist bereits sehr gut und kann mit viel Geld weiter aufgewertet werden. Acht Airbags, darunter Knieairbags für Fahrer und Beifahrer sind Serie. Das so genannte Pre-Collision Safety System (PCS) bereitet den Wagen und Insassen auf den Aufprall vor. Dann werden die Gurte gestrafft, die Stossdämpfer hart gestellt und der Bremsassistent aktiviert (3400 Euro Aufpreis im GS 300). Wer das Navigationssystem ordert (bei Luxury Line Serie), bekommt eine praktische Rückfahrkamera mitgeliefert. Auch Xenon-Kurvenlicht ebenso wie ein Reifendruckkontrollsystem Serie. Die Verarbeitung des Testwagens überzeugte. Minimale Spaltmasse, niedriges Geräuschniveau ohne das geringste Klappern: hier wird Lexus seinem Ruf gerecht.
Aber diese Auto hat auch ein paar Schwächen: Querfugen bei schneller Fahrt bügelt der GS laut Auto-Reporter nur mittelmässig weg, der Fond ist enger als bei der Konkurrenz, der Kofferraum deutlich kleiner. Die Wartungsintervalle sind mit 15'000 Kilometern kurz. Beim Verbrauch standen üppige 14,7 Liter Super zu Buche, allerdings bei hohem Vollgasanteil auf der Autobahn. Dem gegenüber stehen sehr gute Garantieleistungen. Und der Preis beweist, dass es auch japanische Top-Qualität nicht zum Schnäppchen-Preis gibt. Die Preise beginnen bei 40'500 Euro und lassen sich mit der Ausstattungslinie Luxury Line auf einen Preis von 50'900 Euro steigern. Auch hier ist der Lexus auf Augenhöhe mit der deutschen Konkurrenz.

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