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Technik & Design: Fahrwerk

Dienstag, 3. April 2007 20 Jahre Allradlenkung

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Honda 4WS test car Honda 4WS test car

Vier lenkende Räder am Fahrzeug sorgen für mehr Stabilität in Kurven, mehr Sicherheit bei hohen Geschwindigkeiten, für einen kleineren Wendekreis und weniger Reifenabrieb. Die Allradlenkung feiert in diesen Tagen ihren 20. Geburtstag. Im Jahr 1987 präsentierten mit dem so genannten 4WS-System (4 Wheel Steering) gleich zwei japanische Hersteller einen Wagen mit serienmässiger Allradlenkung, Mazda mit seinem 626 und Honda mit dem Prelude. Bereits nach kurzer Zeit stellte jedoch Honda die Produktion der Allradlenkung ein; der technische Aufwand war zu gross, die Kundennachfrage zu gering.

1987 Honda Prelude
1987 Honda Prelude
The operating mechanism of the rear steering gearbox, which connects two crank mechanisms at different phases using a planetary gear.
The operating mechanism of the rear steering gearbox, which connects two crank mechanisms at different phases using a planetary gear.
 

Hersteller Mazda, der bereits 1983 auf der Tokyo Motor Show mit der Studie MX-02 eine viertürige Stufenhecklimousine mit vier lenkenden Rädern präsentiert hatte, hielt an der Entwicklung fest und bot die Allradlenkung Anfang der 90er Jahre auch für das Coupé MX-6 an. Das System von Mazda basierte auf einer geschwindigkeitsabhängigen Zahnstangen-Lenkung. Bei geringem Tempo im Stadtverkehr lenkten die Hinterräder entgegen der Richtung der Vorderräder, um den Wendekreis zu verkleinern und das Einparken zu erleichtern. Bei höheren Geschwindigkeiten richteten sich die hinteren Räder parallel zu den vorderen Rädern aus, um die Sicherheit vor allem beim schnellen Fahrspurwechsel zu vergrössern und den Abrieb der Reifen zu reduzieren. Doch das Mazda-System konnte sich nicht flächendeckend durchsetzen, da die Nachfrage nicht entsprechend war und neue Fahrsicherheitssysteme wie zum Beispiel ESP einen ähnlichen Effekt erzielen und günstiger zu produzieren sind. Und so ist die Allradlenkung jahrelang lediglich im Motorsport zum Einsatz gekommen.
Einen neuen Anlauf in Sachen Allradlenkung wagte der Automobilhersteller Nissan und präsentierte im Sommer 2006 das Projekt "4-Wheel Acitve Steer". Das System soll neben den Lenkbefehlen des Fahrers auch mit Informationen über Fahrgeschwindigkeit, Gierwinkel, Einfederung, Radschlupf und Achslastverteilung gespeist werden. Durch einen Datenabgleich kann dann der optimale Lenkeinschlag für jedes einzelne Rad ermittelt und umgesetzt werden. Dies erhöht nicht nur die Kurvenstabilität, sondern senkt auch den Reifenverschleiss. Der Wendekreis könnte sich dadurch reduzieren, wodurch der Wagen rundum agiler wird. Auf der diesjährigen New York International Auto Show im April wird die Nissan Luxus-Marke Infiniti das Coupé G37 mit Allradlenkung präsentieren. Zwar ist das Modell zunächst nur für den amerikanischen Markt bestimmt, doch kommt die Marke 2008 auch nach Europa.
Eine Alternative zur damals erfolglosen Allradlenkung hat jetzt Honda mit seinem neuen Allradantrieb SH-AWD entdeckt. Das so genannte "Super Handling All Wheel Drive" kann das Drehmoment nicht nur zwischen Vorder- und Hinterrädern, sondern auch zwischen den beiden Hinterrädern separat aufteilen. Durch die Beschleunigung des äusseren Hinterrades, stabilisiert sich das Fahrzeug in der Kurve, ohne dabei Geschwindigkeit zu verlieren und erzielt damit einen ähnlichen Effekt wie Allradlenk-Systeme. SH-AWD sorgt für mehr Bodenhaftung und gezieltere Steuerung des Fahrzeugs. Um die Sicherheit in jeder Situation auf hohem Niveau zu halten, arbeitet das System eng mit dem elektronischen Fahrzeugstabilisierungsprogramm ESP zusammen.
Seit nunmehr 20 Jahren arbeitet die Automobilindustrie an der Entwicklung der Allradlenkung. Zwar wurde es während der Jahrtausendwende recht still um die Technologie, doch war die Idee zu stark, als dass sie in Vergessenheit geraten konnte. Auch nach zwei Dekaden lässt der Durchbruch der Allradlenkung auf sich warten, doch zeigen die zahlreichen Ansätze und ihre Früchte, wie aktuell das Thema selbst heute noch ist.

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